Bild: Pfeil nach unten PRÄVENTION - SEXUELLE GEWALT VERHINDERN Wie können Kinder gestärkt werden, um nicht als potenzielle Opfer zu erscheinen?

Mütter und Väter, überhaupt jeder Erwachsene kann viel dazu beitragen, Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt zu schützen. Dies fängt schon bei der Erziehungshaltung an. Basis jeder Vorbeugung ist, Kinder mit ihren jeweiligen Eigenheiten, ihrem eigenen Willen und ihrem Wunsch auf Selbstbestimmtheit ernst zu nehmen. Schließlich weiß man heute, dass Mädchen und Jungen, die ein starkes Selbstbewusstsein mitbringen und sich schon gegen kleinere sexuelle Übergriffe zur Wehr setzen, aus Tätersicht keine geeigneten Opfer sind.

Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus, die erste Grenzverletzungen stillschweigend und beschämt hinnehmen. In solchen Fällen fühlen sich Täterinnen und Täter herausgefordert und steigern das Ausmaß sexueller Gewalt immer mehr.

Ganz wichtig daher: Eltern sollten ihre Kinder darin bestärken, ihre individuellen Grenzen zu ziehen: Sie sollten sich auch bei scheinbar unwichtigen Angelegenheiten wehren dürfen - das kann schon das ungewollte Küsschen der Tante sein.

Wie können speziell Mädchen unterstützt werden?
Eltern sollten ihrer Tochter vermitteln, dass sie ernst genommen wird und dass man ihr etwas zutraut. Sie braucht von beiden Elternteilen Anerkennung und Unterstützung, als eigene Persönlichkeit mit ihren ganz spezifischen Fähigkeiten und nicht nur weil sie süß und brav oder attraktiv ist. Sie soll wissen: Mädchen sind nicht dazu da, diverse Bedürfnisse von Männern zu erfüllen.

Da sich ein Mädchen in erster Linie am Verhalten der Mutter orientiert, ist es entscheidend, wie selbstbewusst die Mutter als Frau auftritt und wie deutlich sie ihre eigenen Grenzen zieht. Mütter sollten Mädchen dazu ermutigen, über ihren Körper selbst zu bestimmen.

Väter wiederum müssen im Kontakt mit ihrer Tochter sensibel Signale wahrnehmen. Hierzu gehören nicht nur ein verbales "Nein", sondern auch andere, durch Körpersprache ausgedrückte Abwehrhaltungen.

Wo kann Vorbeugung bei Jungen ansetzen?
Jungen und männliche Jugendliche brauchen greifbare männliche Bezugspersonen: engagierte Väter, männliche Erzieher in der Vorschule oder Grundschullehrer, die ihnen als positive Vorbilder soziale Werte und Umgangsformen vorleben.

Viele Jungen werden erzieherisch immer noch intuitiv in männliche Rollenmuster gedrängt. Dabei leiden Jungen unter dem Anspruch, immer stark sein zu müssen. Für sie sind emotionale und körperliche Zuwendung genauso wichtig wie für Mädchen.

Wichtig ist es, ihnen zu vermitteln, dass auch sie sich schwach zeigen, Ängste formulieren und Hilfe annehmen dürfen. Jungen sind hier oft besonders zurückhaltend.

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