FRAGENWALD
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Ihre Fragen...
Was
ist sexuelle Gewalt ? »Antwort
Wo
findet sexuelle Gewalt statt ? »Antwort
Wer
macht so etwas ? »Antwort
Wie
machen sich betroffene Kinder bemerkbar ? »Antwort
Wie
können wir Mädchen und Jungen schützen ? »Antwort
Was
können wir bei einem Verdacht tun ? »Antwort
Welche
Unterstützung bieten Beratungsstellen ? »Antwort
Antworten
Was
ist sexuelle Gewalt ?
Sexuelle Gewalt lässt sich von zärtlichem Körperkontakt zwischen Kindern und
Erwachsenen klar unterscheiden. Sexualität ist für die - überwiegend männlichen
- Täter ein Mittel, mit dem sie Gewalt ausüben und Macht demonstrieren. Dabei
nutzen sie - eher Bekannte des Kindes als gänzlich Unbekannte - bestehende
Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisse aus. Sie gehen dabei planvoll, gut
vorbereitet und bewusst vor. Sexuelle Gewalt fängt mit kleinen
Grenzüberschreitungen an. Nach und nach werden die Kinder in ein Netz von
Schuldgefühlen und Abhängigkeiten verstrickt.
Wo
findet sexuelle Gewalt statt ?
Es gibt kaum eine Institution im kindlichen Umfeld, in der es nicht auch ein
betroffenes Kind gibt. Sexuelle Übergriffe kann es überall geben: in der
Familie und in der Jugendclique, in Begegnungsstätten, Sportvereinen, im
Kindergarten oder in der Schule. Jedoch sollte man nicht aus grundsätzlichem
Misstrauen heraus den Lebensraum eines Kindes einengen.
Wer
macht so etwas ?
Man sieht es keinem Menschen an, ob er Kinder missbraucht. Sexuelle Gewalt gibt
es in jeder sozialen Schicht, unabhängig von kultureller Herkunft, von
Hautfarbe oder Bildungsstand. Meist stammen die Täterinnen und Täter aus dem
sozialen Nahbereich der Familie und der Kinder und genießen daher bei Kindern
und Eltern einen Vertrauensvorschuss. Sie suchen gezielt die Nähe zu Kindern
und versuchen, auf vielfältigen Wegen Abhängigkeiten zu schaffen.
Wie
machen sich betroffene Kinder bemerkbar ?
Die meisten Mädchen und Jungen wagen nicht, offen über den sexuellen Missbrauch
zu reden. Dennoch teilen sie sich mit, um die für sie unerträgliche Situation
zu beenden. Kinder senden die unterschiedlichsten Signale aus: Manchmal ändern
sie ihr Verhalten ohne ersichtlichen Grund. Manche Kinder wirken verschlossen
oder bedrückt, andere sind hochnervös oder unüblich aggressiv, wieder andere
werden plötzlich infantil oder schlafen schlecht. Manchmal versuchen sich
betroffene Kinder auch vorsichtig an ein Gespräch heranzutasten und machen
Andeutungen.
Nehmen Sie die Äußerungen des Kindes ernst. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl, wenn
Sie den Eindruck haben, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt, und hören Sie
genau hin. Denn ein Kind unternimmt im Schnitt bis zu sieben Anläufe, bis ein
Erwachsener die Signale versteht.
Wie
können wir Mädchen und Jungen schützen ?
Der beste Schutz ist sachliche Aufklärung. Wenn im Zusammenleben mit Mädchen
und Jungen offen miteinander gesprochen wird, die Kinder Fragen (auch zur
Sexualität) stellen können und nicht abgewimmelt werden, ist schon sehr viel
gewonnen. Kinder werden sich dann ernst genommen fühlen. Selbstbewusste Kinder
werden seltener Opfer. Kinder sollten darin bestärkt werden, den eigenen
Gefühlen zu vertrauen und deutlich "Nein" sagen zu können.
Was
können wir bei einem Verdacht tun ?
Die Vorstellung, ein Kind könnte sexuell missbraucht werden, ist schrecklich
und verursacht nicht selten unbändige Wut. In der ersten Verwirrung werden
daher oft Schritte unternommen, die für die Mädchen und Jungen nicht hilfreich
sind. Tipps für den Umgang mit einem Verdachtsfall:
-
Glauben Sie dem Kind.
-
Überlegen Sie erste Schritte, die einen Schutz darstellen.
-
Bleiben Sie ruhig, auch wenn es schwer fällt.
-
Bleiben Sie nie allein mit Ihrem Verdacht, holen Sie sich fachlichen Rat und
persönliche Unterstützung in einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe.
-
Übereilen Sie nichts, z.B. mit einer Anzeige.
Welche
Unterstützung bieten Beratungsstellen ?
Wenn Sie Fragen zum Thema haben, mehr Informationen oder aktuell Unterstützung
für sich oder ein betroffenes Kind benötigen, hilft Ihnen eine Beratungsstelle.
Unter
Beratungsstellen können Sie
in einer Datenbank nach der Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen. Unter dieser
Webadresse finden Sie auch grundsätzliche Informationen und Antworten auf eine
Reihe wichtiger Fragen zum Thema.
Beratungsstellen bieten kostenlose, auf Wunsch anonyme professionelle Hilfe für
Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen. Gemeinsam mit den Betroffenen
suchen die Beraterinnen und Berater nach einem Weg zum Schutz des Kindes und
zeigen die nächsten Schritte auf, die zu tun sind. In der Beratung
beziehungsweise in einer möglichen Therapie erhalten das Kind und die Eltern
Möglichkeiten, den Missbrauch zu verarbeiten.